Strommarkt-Ausblick: Wetterentwicklung 2023

Silje Eriksen Holmen, Quantitative Analyst & Hydrologist bei Volue Insight, analysiert die Wetterentwicklung für die kommenden Monate.

6. Dez. 2022

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Die Wetterentwicklung im Jahr 2023 ist aus zwei Hauptgründen von großem Interesse und hoher Bedeutung.

Der erste Grund ist, dass große Teile Europas aufgrund des Regenmangels nach wie vor ein Bodenfeuchtedefizit aufweisen. Dürre und Hitzewellen haben Europa Anfang 2022 stark betroffen, doch die lang ersehnte Niederschlagsmenge ab September hat die Situation in einigen Gebieten zum Besseren gewendet.

In Spanien, Südschweden, Norditalien und Teilen des Balkans ist die Lage jedoch nach wie vor angespannt. Diese Gebiete sind auf überdurchschnittliche Niederschläge und idealerweise auf eine hohe Schneeakkumulation angewiesen, um einen hohen Beitrag der Schneeschmelze zu den Wasserkraftreservoirs zu sichern und sich auf Herbst und Winter 2023 vorzubereiten.

Der zweite Grund ist, dass der Stromverbrauch hauptsächlich von der Temperatur abhängt. Da die Lieferketten für Erdgas angespannt sind und die Wasserkraftreservoirs in einigen Gebieten nach wie vor erheblich niedrig sind, würde Europa von einem eher niedrigen Stromverbrauch profitieren.

Der Winter ist die Jahreszeit mit dem höchsten Stromverbrauch, und eine hohe Nachfrage würde eine höhere Stromerzeugung aus z. B. Wasserkraft und Wind erfordern, was zu einem weiteren Absinken der ohnehin schon niedrigen Wasserkraftreservoir-Stände führen kann.

Wetterausblick für 2023

Die Saisonprognose für die ersten drei Monate des Jahres 2023 fällt für die nordischen Länder, aber auch für Europa insgesamt überwiegend warm aus. Europa wird höchstwahrscheinlich einen wärmeren als üblichen Winter und Frühling erleben. Dies steht im Gegensatz zum aktuellen Monat Dezember, der in den nordischen Ländern sowie in Mittelwest- und Osteuropa kälter als normal ausfallen wird.

Das wahrscheinlichste Ergebnis in Bezug auf die Niederschläge sind feuchtere Bedingungen als normal in den nordischen Ländern und im Mittelmeerraum, während der Rest Europas mit normalen oder unterdurchschnittlichen Niederschlägen rechnen muss.

Die saisonale Schneeprognose des britischen Met Office deutet auf ein höheres Schneepotenzial als üblich für die nördlichen Teile der nordischen Länder hin, während die ECMWF-Prognose das Gegenteil anzeigt. Beide Modelle stimmen darin überein, dass in den nächsten drei Monaten für den Rest Europas, insbesondere für die Alpen, unterdurchschnittliche Schneefälle zu erwarten sind.