Japans Strommarkt steht vor einem bedeutenden Wandel. Ab April 2026 wird der Regelenergiemarkt strukturellen Reformen unterzogen, die auf eine Verbesserung der Liquidität und der betrieblichen Effizienz abzielen. Diese Veränderungen werden sich durch das gesamte Ökosystem des Stromhandels ziehen und alle Marktteilnehmer wie Erzeuger, Händler und Aggregatoren gleichermaßen betreffen.
Fumi Kumagai
16. Dez. 2025

Umstellung auf kürzere Handelshorizonte: Alle Regelenergieprodukte, die bisher auf Wochenbasis gehandelt wurden, werden auf Day-Ahead-Beschaffung mit 30-Minuten-Markteinheiten umgestellt. Dies entspricht dem europäischen Modell für Märkte für Systemdienstleistungen und erhöht die Flexibilität für Marktteilnehmer.
Erweiterte Teilnahme: Niederspannungsressourcen wie Haushaltsbatterien und Elektrofahrzeuge dürfen am Markt teilnehmen, sofern eine Messung auf Geräteebene vorhanden ist. Dies öffnet dezentralen Energieressourcen die Tür, eine größere Rolle bei der Netzstabilität zu spielen.
Anpassungen der Preisobergrenzen: METI plant, die Preisobergrenze für kombinierte Produkte auf JPY 7,21 (ΔkW/30 Min.) zu senken, gegenüber bisher JPY 19,51 (ΔkW/30 Min.). Obwohl dies darauf abzielt, übermäßige Abrechnungskosten einzudämmen, könnte es die Teilnahme abschrecken, wenn die Spotpreise hoch bleiben, was Bedenken hinsichtlich der Liquidität und möglicher Zurückhaltestrategien aufwirft.

Erhöhung der Ausgleichspreisgrenze ab dem Geschäftsjahr 2026

Zusätzlich zur erwarteten Reform des Ausgleichsmarktsystems wird JEPX Intraday-Gebotsinformationen veröffentlichen, die in fünf regionale Zonen gegliedert sind:
Dieser Fünf-Zonen-Ansatz schafft eine Balance zwischen Transparenz und Vertraulichkeit, mindert das Risiko der Offenlegung kurzfristiger Grenzkosten (SRMC) und verschafft Marktteilnehmern gleichzeitig eine bessere Übersicht für das Ungleichgewichtsmanagement.
Gemäß der jüngsten Veröffentlichung von JEPX vom 26. November 2025 wird das Spot- und Intraday-Handelssystem vollständig auf eine neue API-basierte Plattform migriert – der Spot-Bereich im April 2026 und der Intraday-Bereich im Oktober 2026 –, wobei die bestehende GUI-Oberfläche entfällt. Infolgedessen sollten sich die Teilnehmer auf Folgendes vorbereiten:
Der Wechsel zu kürzeren Intervallen und Day-Ahead-Clearing wird die operative Komplexität erhöhen und erfordert fortschrittlichere Prognose- und Gebotsstrategien; gleichzeitig entstehen Chancen für Flexibilitätsanbieter, wobei Betreiber von Batteriespeichern und EV-Aggregatoren besonders gut positioniert sind, um davon zu profitieren.