Japan führt Maßnahmen ein, um erwarteten Stromengpässen entgegenzuwirken

27. Juni 2022

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Stromproduzenten sowie Stromverbraucher in Japan werden aufgefordert, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um Stromengpässen im Juli in Regionen wie Tohoku, Tokio und Chubu entgegenzuwirken. Dort wird erwartet, dass die Reservekapazität kaum die erforderlichen Mindestdrei Prozent abdeckt, die für eine stabile Stromversorgung bei extremer Hitze notwendig sind. Die Stromengpässe sind besonders in Tokio spürbar (bleiben Sie für weitere Updates auf dem Laufenden.)

Ein Grund für die möglichen Stromengpässe ist die Veränderung der Verbrauchergewohnheiten infolge der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie. Es wird angenommen, dass dies zu einem unerwarteten Anstieg der Stromnachfrage beigetragen hat. Dieser Trend ist seit dem Sommer 2020 in den wichtigsten Regionen Japans deutlich zu beobachten.

Darüber hinaus war das aktuelle politische Klima rund um Russland und die Ukraine ein treibender Faktor hinter den stark gestiegenen Preisen für Brennstoffe wie LNG, was das Risiko einer ausreichenden Brennstoffbeschaffung zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung erhöht.

Die potenziellen Auswirkungen der erwarteten Stromengpässe in diesem Sommer sind gravierend, da sie nicht nur die Strompreise erheblich beeinflussen und die Volatilität am Markt erhöhen werden, sondern auch die Struktur des Strommarkts verändern und zu Anpassungen der bestehenden Energiepolitik und -regulierung führen werden, wie nachfolgend dargelegt.

Maßnahmen zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung

Um in diesem Sommer eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten, hat das „Power Supply Demand Committee" in seiner Sitzung vom 7. Juni verschiedene Maßnahmen beschlossen.

  • Auf der Angebotsseite ist die öffentliche Ausschreibung zur Beschaffung zusätzlicher kW-Stromversorgung für den Sommer (1,2 GW) sowie die Brennstoffbeschaffung für 1.000 TWh geöffnet. Derzeit stillgelegte Wärmekraftwerke in Chiba (600 MW) und Aichi (700 MW) sollen Anfang Juli den Betrieb wieder aufnehmen und damit die Reserveleistungsquote in den von Stromengpässen betroffenen Gebieten um einen Prozentpunkt erhöhen.
  • Auf der Betriebsseite werden Stromerzeuger dazu angehalten, regelmäßige Wartungsarbeiten an Stromerzeugungsanlagen durchzuführen, um unerwartete Ausfälle zu vermeiden, während The Organisation for Cross-Regional Coordination of Transmission (OCCTO) sich auf die Stärkung der Überwachung der kW- und kWh-Reserveleistungsquote konzentrieren wird.
  • Für Stromhändler werden bilaterale PPA-Beschaffungsverträge sowie DR-Verträge dringend empfohlen.
  • Auf der Nachfrageseite werden tägliche Energiesparinitiativen sowie die Förderung und Ausweitung von DR-Verträgen in Industrie und Kommunen vorangetrieben.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen wurden mehrere mögliche strukturelle Änderungen diskutiert:

  • Eine zusätzliche Kategorie für die Einbeziehung stillgelegter Kraftwerke als Ergänzungskapazität im Falle von Stromengpässen, die ab 2024 im Kapazitätsmarkt gehandelt werden soll.
  • Maßnahmen und staatliche Unterstützung bei der Brennstoffbeschaffung (insbesondere LNG).
  • Neue Regelungen zur Förderung von Investitionen in den Bau von Kraftwerken (einschließlich Wärmekraftwerken unter der Bedingung, bis 2050 dekarbonisiert zu werden).
  • Wartung/Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen (Pumpspeicher), Wasserstoffanlagen, Energiespeichersysteme, dezentrale Energieerzeugung, Modernisierung lokaler Netzanschlüsse usw.