Die Strompreise in Mitteleuropa werden im Zeitraum 2023–2026 hoch bleiben, bevor sie in den 2030er Jahren deutlich sinken werden – so lautet das Ergebnis des von Volue heute veröffentlichten Long Term Report for Electric Power in Central Europe.
10. Aug. 2022

In der neuesten Ausgabe des Long Term Report führen Volue-Analysten den erwarteten Rückgang der Strompreise auf simulierte sinkende Gas-, Kohle- und CO₂-Preise (EUA) sowie auf den Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa zurück.
Laut dem Bericht wird die gasbefeuerte Stromerzeugung langfristig bedeutsam bleiben, die Preismarge in allen Ländern beeinflussen und als wesentliches Ausgleichselement für wetterabhängige erneuerbare Energien dienen.
Obwohl Wind- und Solarenergie in den letzten zwei Jahren nicht massiv zugelegt haben, sind die Volue-Analysten der Ansicht, dass die ambitionierten Pläne auf Länderebene sowie die jüngsten EU-Maßnahmen zur Energiesicherheit das Wachstum der erneuerbaren Energien bis 2030 sicherstellen werden.
„Den EU-Mitgliedstaaten wurden ambitionierte Klima- und Energieziele vorgegeben, die zwangsläufig Ergebnisse hervorbringen werden. Bis 2030 erwarten wir eine deutliche Verlagerung von der kohlebefeuerten Stromerzeugung hin zur erneuerbaren Stromerzeugung auf Basis von Wind und Solar", sagt Espen Andreassen, Senior Analyst bei Volue Insight.
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Deutschland hat in den letzten Jahren eine ambitionierte Kohleausstiegspolitik als zentrale Maßnahme zur Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen eingeschlagen. Ein vollständiger Ausstieg bis 2030 scheint jedoch zu anspruchsvoll zu sein, und wir erwarten, dass der Ausstieg einige Jahre später vollzogen werden kann.
Darüber hinaus haben die Niederlande und das Vereinigte Königreich ihre Treibhausgasemissionsziele erheblich verschärft, wobei ihre umfangreichen Offshore-Windpläne darauf ausgerichtet sind, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Stromsektor zu verringern.
Die Analysten beobachten, dass die Wasserstoffförderung bis 2030 an Bedeutung gewinnt, wobei in der EU eine Produktion von 10 Mt grünem Wasserstoff angestrebt wird.
In den Jahren bis 2030 wird die Integration der mitteleuropäischen Länder durch neue Interkonnektoren, die in Betrieb gehen, stärker werden.
„Dies wird dazu führen, dass sich die Strompreisunterschiede in der Region zwischen 2022 und 2026 schrittweise verringern", sagt Olav Johan Botnen, Senior Analyst bei Volue Insight.
Die Analysten sind der Ansicht, dass der künftige EU-Strommarktdesign, obwohl der Fokus während der Energiekrise auf den hohen Preisen liegt, darauf ausgerichtet sein könnte, die Rentabilität erneuerbarer Energien zu sichern.
Mit Blick auf die Zeit nach 2030 erwarten die Volue-Analysten im Zeitraum 2031–2040 eine Renaissance der Kernkraft.
Volues Long Term Report bietet einen kontinuierlich aktualisierten Langzeitausblick auf bis zu 25 Jahre für Strompreise und zugrunde liegende Rohstoffpreise in Europa. Einzigartig in der Branche, basiert er auf Daten aus 30 Wetterjahr-Szenarien.
Der Bericht erläutert strukturelle Veränderungen in der Stromerzeugung, -übertragung und -nutzung je Land und enthält darüber hinaus wichtige politische Maßnahmen sowie Einblicke in EU-Ziele und aufkommende Technologien. Volues Erfahrung in der Langzeitanalyse reicht bis ins Jahr 1996 zurück.