Jarand Rystad: „Energiezentren in der Wüste könnten die europäische Industrie disruptieren"

Zwei der führenden Energieexperten Norwegens kommen zusammen, um in dieser Episode von Time for Energy – einem neuen Volue-Webcast – Einblicke zu geben und einen gestörten Markt verständlich zu machen.

3. Feb. 2023

Hero image

Zukünftige Energiezentren werden in Wüsten liegen. Sie werden gigantisch sein und könnten enorme Auswirkungen auf europäische Wertschöpfungsketten haben.

„Die Energiezentren der Zukunft werden in Wüstengebieten nahe der Küste errichtet und sowohl tagsüber als auch nachts Strom erzeugen, indem gigantische Solar- und Windkraftanlagen kombiniert werden. Dies werden die größten Energieprojekte sein, die jemals auf der Welt entwickelt wurden", sagt Jarand Rystad, CEO von Rystad Energy, einem weltweit führenden Energieforschungsunternehmen mit Hauptsitz in Oslo.

„Wir sprechen von 26 Gigawatt in einer einzigen Anlage. Das entspricht nahezu der gesamten norwegischen Erzeugungskapazität – in einer einzigen Anlage! Diese Energiezentren werden nicht errichtet, um lokale Märkte zu versorgen, sondern für die Großproduktion von Ammoniak, Aluminium, Stahl, anderen Metallen, Chemikalien und mehr", sagt Rystad.

Diese Entwicklung mit der aktuellen Situation in Europa verknüpfend, wo Fabriken aufgrund extremer Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine schließen, fragt Rystad:

„Vielleicht werden diese neuen Energiezentren so schnell gebaut, dass es keinen Business Case für die Wiedereröffnung der europäischen Fabriken gibt? Es könnte günstiger sein, eine neue Fabrik in der Nähe des Energiezentrums zu errichten."

Time for Energy – ein neuer Webcast von Volue

Time for Energy ist eine Diskussionsreihe über Technologie und die Chancen der Energiewende. In jeder Episode führen zwei Branchenexperten ein Gespräch mit Trond Straume, CEO von Volue.

Der zweite Gast der ersten Episode ist Tor Reier Lilleholt, Leiter der Analyse bei Insight by Volue und der meistzitierte Energiepreisexperte in norwegischen Medien. Mit Blick auf die Zukunft sagt Lilleholt, dass es sehr schwer sei, die Richtung der Energiepreise vorherzusagen.

„Das Wetter wird eine entscheidende Rolle spielen. Je nach Wetterlage könnten wir im nächsten Jahr Strompreise nahe null sehen – oder sie können auf bis zu 5–6 NOK pro kWh steigen", sagt Lilleholt.

Sehen Sie sich die vollständige Episode unten an oder hören Sie sich die Podcast-Version an.